Preise für eine Heilige Birma


Sicherlich haben Sie sich schon das eine oder andere Mal gefragt, warum die Rassekätzchen von seriösen Züchtern so teuer sind? Man kann doch ein "gleiches" Miezchen auf diversen anderen Internetseiten "ohne Papiere" oder "ohne Stammbaum" viel günstiger kaufen? Wollen die Züchter sich hier vielleicht nur ein goldenes Näschen damit verdienen?

 

NEIN, dem ist nicht so...

 

Ich möchte versuchen, Ihnen dies hier etwas näher zu erläutern, wie die Preise, die ca. 750,- € für ein Liebhaberkitten, für Zucht- und Show-Katzen ca 1000,- € und mehr, zu rechtfertigen sind und bei was die anderen Anbieter von Jungtieren möglicherweise einsparen, um ihre vermeintlichen "Rassekatzen" für so wenig Geld anbieten zu können.

 

Hat man sich dazu entschieden Züchter/in zu werden, ist dies zunächst einmal mit hohen Anschaffungskosten verbunden. Man braucht natürlich ein entsprechendes Zuchtkätzchen, hier liegen die Preise bei ca. 1000,- € und mehr... Das Besuchen von Ausstellungen, bei denen die Katze auf ihre Zuchtauglichkeit ausgiebig geprüft wird, ist ebenfalls ratsam und von manchen Vereinen sogar vorgeschrieben, aber nicht immer sind diese Austellung mal eben um die Ecke. Standgebühren, Fahrtkosten, möglicherweise erforderliche Übernachtungskosten und Verpflegung reißen hier schon das erste ordentliche Loch in den Geldbeutel. Hat man nun den ersehnten Titel für sein Kätzchen von den Richtern erhalten, fährt man überglücklich nach Hause.

 

Wer nun aber glaubt, jetzt seien alle finanziellen Hürden erst einmal gemeistert, der irrt...

 

Als wir damals unsere zwei Lieblinge zu uns holten, war mir noch nicht wirklich klar, wie hoch die Futterkosten sein werden. Definitiv werde ich am Futter auch nicht sparen. Tierärzte, Züchter und diverse Internetseiten rieten mir von den s.g. Billig-Futterdosen für 0,39 € pro Dose ab. Fehlende Nährstoffe, Vitamine und die Zugabe von Getreide!!! sowie Zucker!!! sind in solchen Angeboten keine Seltenheit und total ungesund für unsere kleinen Schützlinge. Meine Schleckermäulchen bekommen daher nur das Beste und so bezahle ich schon mal zwischen 2,- und 3,- € pro Tag und pro Katze, mal mehr mal weniger.

 

Weiter geht´s mit regelmäßigen Tierarztbesuchen, um die Gesundheit der Zuchtkatze stets überprüfen zu lassen, bevor sie zum Eindecken darf. Jährliche Impfungen gehören hier natürlich ebenso dazu wie regelmäßige Wurmkuren. Wenn Sie bereits einmal Tierbesitzer/in waren oder es noch immer sind, wissen Sie sicherlich, wie schnell die Tierarztrechnungen ins Unermessliche steigen können. So eben auch, wenn bei einer Zuchtkatze beispielsweise Komplikationen während der Tragezeit oder der Geburt auftreten. Oder aber im schlimmsten Fall ein Kaiserschnitt durchgeführt werden muss, um das Leben der Katze und der ungeborenen Kitten zu retten.

Möglicherweise treten andere gesundheitliche Probleme bei der Zuchtkatze auf, was unter Umständen eine Kastration zur Folge hat. Dies wiederum bedeutet für den Züchter erneute Ausgaben für das Erwerben eines neuen Zuchtmiezchens.

 

Auch zu erwähnen ist die Deckkater-Taxe, die derzeit ca. 400,- bis 500,- € beträgt, sofern man keinen eigenen Deckkater besitzt. Außerdem wohnt ein Deckkater meist auch nicht nebenan. Dies wiederum ist dann erneut mit Fahrtkosten und möglicherweise erforderlichen Übernachtungskosten verbunden, da eine Katzendame häufig zwischen 2-4 Tagen benötigt, bis der Kater den eigentlichen Deckakt vollziehen darf. Hat man dann noch das Pech, dass das Liebesspiel kein Erfolg war, die Katze also nicht aufgenommen hat, hat man die Reisekosten gleich doppelt auf der Rechnung stehen, weil das ganze Spektakel bei der nächsten Rolligkeit der Zuchtkatze wiederholt werden kann. Jetzt fragen Sie sich wahrscheinlich, warum viele Züchter denn keinen eigenen Deckkater besitzen? Dazu später mehr...

 

Gehen wir nun davon aus, Deckung und Geburt verliefen problemlos und die Kitten erblicken das Licht der Welt...

 

Nun muss aber eine Handaufzucht erfolgen, weil eines der Kitten vielleicht nicht stark genug ist sich gegen die anderen zu behaupten, auf der Suche nach der vielversprechenden Zitze und dem darin befindlichen leckeren Inhalt. Aufzuchtmilch und das entsprechende Equipment dazu sind wieder ein Kostenfaktor. Ab der 4. Woche bekommen die Kleinen bereits feste Nahrung angeboten. Und haben sie diese einmal angenommen, fressen sie einem buchstäblich die Haare vom Kopf, ganz zu Schweigen von der Zusatznahrung für die zunächst tragende Katze und anschließend säugende Mutter.

 

Bei den Kleinen folgen nun auch regelmäßige tierärztliche Kontrollen in Form von Impfungen, Chipen und Wurmkuren.

 

Hinzu kommen die Mitgliedsbeiträge für Vereine, Inserate in Zeitungen und im Internet, das Beantragen der Stammbäume für die Kitten sowie eine fast komplett neue Wohnzimmerausstattung, weil die Kleinen und auch die Großen Stubentiger ihre Manieren entweder noch nicht gelernt oder aber kurzzeitig wieder vergessen haben und mal eben die Vorhänge als Schaukel benutzen, das Sofa zum Kratzbaum umfunktionieren und, und, und...

 

Sollte man dann noch die Ansschaffung eines eigenen Zuchtkaters in Erwägung ziehen, nehmen die Anschaffungskosten kein Ende für das Ersetzen der zerstörten Möbel durch den markierenden Kater, ganz zu Schweigen davon, dass ein schreiender und markierender Kater, der nach seinen Katzendamen ruft, nicht nur dem Züchter, sondern auch der Nachbarschaft gehörig auf die Nerven gehen kann...

 

Viele von Ihnen denken: "Der doppelt so hohe Preis liege am Stammbaum des Tieres, den brauche ich doch eh nicht". Wie kommen die Leute nur auf diese Idee? Denn diesen zu beantragen, kostet gerade einmal 15,- € pro Kitten. Meiner Meinung nach ein gerade zu geringer Betrag im Vergleich zu den vorab erwähnten Kosten.

 

Wozu dann ein Kätzchen mit Stammbaum erwerben...

 

Ganz einfach. Bei einem Tier ohne Stammbaum bzw. Papiere wissen Sie nie, was drin steckt. Sie kaufen im wahrsten Sinne des Wortes "die Katze im Sack". Ist es womöglich ein Mischling und wird als "reinrassig" verkauft, weil es den Anschein hat? Dann freuen Sie sich, denn hier wurden Sie komplett über den Tisch gezogen und das erworbene Tier ist den Preis, den Sie dafür bezahlt haben, definitiv nicht wert.

 

Des Weiteren sparen hier die Anbieter solcher Kitten möglicherweise an der gesunden und nährstoffreichen Ernährung, indem sie den Kitten billiges Dosenfutter servieren. "Das kleine Ding zieht ja sowieso bald aus, wieso also auf gesunde Ernährung achten".

 

Was leider auch keine Seltenheit ist, dass die Kitten zwar reinrassig sind, aber aus einer Inzuchtverpaarung entstanden sind, also die Elterntiere der Kitten Geschwister sind. Hier können schwerwiegende genetische Defekte und Missbildungen entstehen und andere Erkrankungen im späteren Verlauf auftreten.

 

Die Mitgliedschaft in einem Verein überwacht eben genau dies und bescheinigt mit Ausstellen des Stammbaumes die Reinrassigkeit für ein Kitten und es hier nur zu Verpaarungen von Kater und Kätzin kommt, die absolut gesund sind und auch miteinander verpaart werden dürfen. Ausserdem wird der gesundheitliche Zustand der Zuchtkatzen und Kitten stets überprüft und es müssen die Auflagen und Regeln eingehalten werden, damit es nicht zu s.g. Massenproduktionen kommen kann, um mal eben in kurzer Zeit an viel Geld zu kommen und das alles zu Lasten der Zuchtkatzen und Kitten, die früher oder später unter Verhaltensstörungen leiden und gesundheitlich sehr labil sind.

Ich gehöre dem GdK e.V. an. Gerne können Sie auf dieser Seite die Zucht- und Haltungsrichtlinien durchlesen. Jeder Züchter ist verpflichtet, die von seinem Verein vorgeschriebenen Vorschriften einzuhalten. Eine Missachtung dieser Vorschriften führt zum Ausschluss des Vereins und somit zum Zuchtverbot.

 

Was ebenfalls nicht zu leugnen ist, dass selbst unter den seriösen Züchtern schwarze Schafe unterwegs sind. Es sind zwar wenige, aber es gibt sie dennoch, denen das Wohl der Katzen nicht besonders am Herzen zu liegen scheint. Möglicherweise werden dort schlichtweg zu viele Katzen gehalten, der Überblick über die Verpaarungen ist nicht wirklich nachvollziehbar und auch die hygienischen und gesundheitlichen Bedingungen lassen sehr zu Wünschen übrig und die Gabe von minderwertigem Futter kommt ebenfalls noch dazu.

 

Mein persönlicher Tipp an Sie...

 

Nehmen Sie frühzeitig Kontakt zu einem Züchter Ihrer Wahl auf. Fragen Sie ruhig, ob Sie sich die Katzen in ihrer Umgebung vorab schon einmal anschauen dürfen, um sich einen Eindruck zu verschaffen über die artgerechte Haltung, die Anzahl der im Haus lebenden Tiere und ganz WICHTIG den Gesundheitszustand der Tiere. Ein krankes oder vereinsamtes Tier erkennt man sofort am glanzlosen Fell, am getrübten Blick und an einer geduckten Haltung oder sie sind psychisch sehr auffällig, weil sie sich gar nicht erst zeigen wollen. Unsere Birmchen sind sehr stolze Miezen und präsentieren sich sehr gerne vor unseren Besuchern.

Falls Kitten unter 7 Wochen vorhanden sind, gilt es natürlich abzuwarten, bis diese das Alter von mindestens 7 Wochen erreicht haben, bevor ein Besuch stattfinden kann.

 

Haben Sie nach einem persönlichen Gespräch und vielleicht einem Besuch beim ausgewählten Züchter ein gutes Gefühl ein oder zwei Kitten zu erwerben, dann sollte dem eigentlich nichts mehr im Wege stehen.

 

Bedenken Sie einfach mal, wofür Sie Ihr Geld denn so ausgeben, um dann womöglich auch noch festzustellen, dass es eigentlich "rausgeschmissenes Geld für unnötigen Kram" war.

Im Jahr sind es mehrere 1000,- € für diverse Luxusartikel wie z. B. Urlaub, Auto, Freizeitaktivitäten und sonstige Kleinigkeiten, die mal eben so im wöchentlichen Einkauf mit im Einkaufskorb landen.

Unsere Stubentiger begleiten Sie im besten Fall 15 bis 20 Jahre, deswegen 300,- € sparen??? Um die Ersparnis dann möglicherweise beim Tierarzt doppelt und dreifach pro Jahr liegen lassen zu müssen. Oder das geliebte Kätzchen sogar einschläfern lassen müssen, weil Sie eben kein reinrassiges oder gar unwissentlich krankes Tier von einem s.g. Schwarzüchter oder Billiganbieter erworben haben?

 

Ich hoffe, ich konnte Ihnen hier ein paar wesentliche Informationen über die Preise eines Kitten und über die Hobbyzucht vermitteln, dass sich mit dieser auch kein Vermögen verdienen lässt und welche Verantwortung Züchter gegenüber ihren Tieren tragen.